Sonnenschutz

Pack die Badehose ein
Mutter mit Kind im Urlaub

Sommer, Sonne, Sandstrand

Die schönste Zeit im Jahr, das scheint nicht bloß subjektiv so, sondern ist auch wissenschaftlich belegt. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt „Vitamin D“. Das Wundermittel der Natur, das unseren Körper in seiner reinen Form nur dank genug Zeit in der Sonne selbst produzieren kann.  
 
Deshalb ist Sonne auch für die gesunde Entwicklung von Kindern lebenswichtig. Es verwertet das Kalzium in der Nahrung und ist damit sehr wichtig für die Knochen. Zur Vorbeugung eines Vitamin-D-Mangels reichen in den Sommermonaten täglich aber etwa 15 Minuten indirekte Sonneneinstrahlung völlig aus.
Die Sonne kann aber noch viel mehr und ihre Bedeutung für den Menschen ist kaum zu überschätzen. Sonnenstrahlen wirken sich auch positiv auf unsere Psyche aus und sind für wichtige Reaktionen im Körper verantwortlich, die den Stoffwechsel anregen. Selten sind wir gesünder und fröhlicher als unter der Sonne. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass so kraftvolle Strahlen auch weniger Angenehmes auslösen können, insbesonders auf der ungeheuer empfindlichen Haut von Neugeborenen oder kleinen Kindern. Es ist daher wichtig, die richtige Balance zu finden. Kindern die herrliche und gesunde Zeit im Freien zu gönnen, die sie brauchen und dabei den notwendigen Schutz nicht außer Acht zu lassen.

Kinderhaut ist besonders sensibel

Das wissen wir. Wie sensibel, wird dennoch oft unterschätzt. Ein Sonnenbrand ist nämlich nicht bloß unangenehm oder schmerzhaft sondern kann zu langfristigen Schädigungen
der Haut führen. Gerade deshalb benötigen Kinder bis etwa zum Alter von sechs Jahren besonders intensive Hautpflege, Kleinkinder sollten der direkten Sonne am besten gar nicht ausgesetzt werden. Der Grund für die besondere Empfindlichkeit ist der noch schwach ausgeprägte Eigenschutz von Kinderhaut. Der braune Hautfarbstoff Melanin wird noch nicht in ausreichendem Maß von der Haut produziert, der Säureschutzmantel und die Aktivität der Talgdrüsen sind schwach ausgeprägt und die Haut der Kinder ist deutlich dünner als die eines Erwachsenen. All das macht die Kleinen besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlen. Tatsächlich reicht der Eigenschutz der Haut kleiner Kinder bloß für etwa 5-10 Minuten pro Tag.

Die Haut vergisst nicht

Man geht davon aus, dass wir bis zu 80 Prozent unserer gesamten UV-Strahlung bis zum 18. Lebensjahr aufnehmen. Da sich Lichtschäden im Laufe eines Menschenlebens summieren, ist der richtige Lichtschutz für Ihr Kind essentiell. Auch die Augen brauchen Schutz. Gute Sonnenbrillen gibt es schon für Kleinkinder. Besonders wichtig bei der Wahl der richtigen Brille ist, dass sie richtig sitzt und UV-Strahlen filtert. Ratsam sind dabei Sonnenbrillen ab der Schutzklasse 2 (am Strand und in heißen Ländern besser Schutzklasse 3).Die Farbe des Glases spielt hingegen keine Rolle. Dunkle Gläser sind aber angenehmer bei greller Sonne.

Die richtige Sonnencreme

Sonnencremes für Kinder haben spezielle Eigenschaften, die sie besonders geeignet machen für die Anwendung auf Kinderhaut. Sie ziehen schneller ein, haben meist einen besonders hohen Lichtschutzfaktor und verfügen über deutlich weniger Duftstoffe. Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Formen, wie Sonnencremes unsere Haut vor schädlicher UV-Strahlung schützen:
chemische und physikalische Filter.
Bei synthetischen Filtern, wird die Strahlung in einem chemischen Prozess absorbiert und in Wärme umgewandelt, während der physikalische Filter die Strahlen reflektiert. Während meist Sonnencremes mit physikalischem Filter empfohlen werden, weil es dabei deutlich seltener zu allergischen Reaktionen kommt, gibt es mittlerweile auch sehr gute Produkte am Markt, die auf chemischer Basis funktionieren und dabei ohne Fett, Emulgatoren und Duftstoffe auskommen. Spezielle Produkte gibt es auch für Kinder, die zu Sonnenallergie neigen.

Der richtige Zeitpunkt

Bei Verwendung einer mineralischen Sonnencreme kann man mit seinem Kind sofort in die Sonne gehen. Bei synthetischen Cremes sollte man etwa 20 bis 30 Minuten einplanen (und etwa noch ein kleines Schläfchen im Schatten halten) bevor man sich der Sonne aussetzt.

Zu spät

Ihr Kind hat schon einen Sonnenbrand. Je nach Hauttyp kann ein Sonnenbrand bedeuten, dass die Haut bloß ein wenig gerötet ist und schmerzempfi ndlicher. In schlimmen Fällen können sich jedoch auch Blasen bilden und die Haut schält sich ab. Die Haut, die sich darunter neu bildet ist besonders dünn und empfi ndlich. Sollte es also schon so weit gekommen sein, können kalte Kompressen helfen, welche die Haut etwas beruhigen. Bei Schmerzen können, nach Rücksprache mit dem Kinderarzt, Schmerzzäpfchen gegeben werden. Wichtig: Keine weiteres Sonnenbaden, bis sich die Haut vollständig regeneriert hat. Bei starkem Sonnenbrand sollten Sie in jedem Fall den Kinderarzt konsultieren. Wie auch in vielen anderen Bereichen der Kindererziehung spielen Vorbildwirkung und Rituale eine große Rolle, wenn es um den Sonnenschutz geht. Wenn Sie möchten, dass sich ihr Kind daran gewöhnt Sonnenbrille zu tragen, um seine empfi ndlichen Augen vor UV-Strahlung zu schützen – tragen Sie auch selbst Sonnenbrille. Machen Sie es zum Ritual, die Brille zeitgleich aufzusetzen. Dasselbe gilt für regelmäßiges Eincremen, genug Zeit im Schatten und ausreichendes Trinken. Seien Sie ihrem Kind schon früh ein gutes Vorbild und sparen sie sich viel Überzeugungsarbeit später. (Und nebenbei tun Sie auch noch etwas für Ihre eigene Gesundheit…).

Trotz allem gibt es Faustregeln:

  • Rechtzeitig eincremen, Eincremen noch bevor man in die Sonne geht.  
  • Nachcremen nicht vergessen. Erneuern Sie die Schutzschicht, der Lichtschutzfaktor wird aber nicht erhöht! Rechtzeitig raus aus der Sonne.  
  • Sonnenschirme sind kein Ersatz für Sonnenschutzmittel. Auch im kühlen Schatten herrscht UV-Strahlung.
  • Genug trinken. Das Offensichtliche wird oft unterschätzt. Kinder, die schwitzen, müssen auch genug trinken, am besten Wasser. Kinder, die gestillt werden, sind mit der Muttermilch bestens versorgt. Um auch hier auf Nummer sicher zu gehen, können Sie an besonders heißen Tagen einfach die Stillfrequenz erhöhen.