Geburtsstellungen

Stellungen bei der Geburt | MutterKindBox

Viele Wege führen zum Baby

Wie so vieles veränderte sich auch die Art und Weise der Entbindung im Laufe der Jahre. Bereits in der Antike wurden Hebammen zur Hilfe herangezogen. Die Geburt fand damals im Regelfall mit Hilfe eines Gebärstuhls statt. Seit dem 17. Jahrhundert wurde die Entbindung im europäischen Raum meist liegend durchgeführt. Das ist angeblich auf König Louis XIV zurückzuführen, da er es genoss seine Frauen in dieser Position bei der Geburt zu beobachten. Während der Geburt im Bett zu liegen führt jedoch bei vielen Frauen dazu, dass sie mehr Schmerzen empfinden, als diejenigen die sich bewegen. Immer populärer werden wieder die natürlichen Positionen im Sitzen, Hocken oder Stehen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Stellungen, die während der Geburt ausprobiert werden können. Sie bringen verschiedene Vor- und Nachteile mit sich.

Vierfüßler

Diese Position kann im Bett oder auf einer Matte am Boden durchgeführt werden. Beim Vierfüßler Stand fällt es leichter das Becken zu öffnen.

+ Weniger Druck auf der Wirbelsäule führt zu weniger Belastung und Schmerzen im Rücken

+ Kann dem Baby helfen mehr Sauerstoff zu bekommen

- Die Position kann anstrengend für die Arme werden

 

Im Sitzen

Wenn das Gewicht des Babys dich nach unten zieht, ist es gut, wenn du sitzt. Dabei hilft beispielsweise eine Toilette oder ein Geburtsstuhl. Auf diesem sitzt du ähnlich wie bei der gynäkologischen Untersuchung. Die weit geöffneten Beine können den Druck auf das Becken verringern.

+ Gut um dich zu erholen

+ Funktioniert auch mit Kardiotokographie(Herztonschreiber)

+ Das Sitzen entlastet den Damm und kann das Einreißen mindern

- Eine harte Sitzfläche kann unbequem werden

- Wenn du während der Schwangerschaft Bluthochdruck hattest, ist das Sitzen wohl keine Option für dich

 

Mit dem Geburtsball

Der Ball bietet verschiedene Möglichkeiten. Einige nutzen ihn um darauf zu sitzen und sich etwas zu bewegen, andere lehnen sich gegen ihn oder nutzen ihn als Stütze während sie knien.

+ Kann dem Baby helfen eine gute Geburtsposition zu finden

+ Verringert den Druck auf den Rücken

+ Positionen mit dem Geburtsball können helfen dein Becken zu erweitern. So kann das Baby tiefer hineinrutschen.

- Könnte zu Balanceschwierigkeiten führen

- Einige Positionen sind schwer allein durchzuführen

 

Die Kniebeuge

Die Kniebeuge ist eine beliebte Stellung bei der Geburt. Sie kann gegen die Wand gelehnt ausgeführt werden oder mit Unterstützung eines Sessels, Balls oder Partners.

+ Hilft das Becken zu öffnen

+ Schafft Platz für das Baby seinen Kopf zum Geburtskanal zu bewegen

- Kann auf Dauer anstrengend werden

 

Auf der Seite liegend

Wenn du dich ausrasten möchtest, ist diese Stellung wohl eine der Besten. Zudem hilft die dem Baby sich in die richtige Position zu bewegen. Wenn du dabei einen erdnussförmigen Geburtsball zwischen deine angewinkelten Beine nimmst, kann sich das Baby gut absenken und drehen. Dabei kann es auch helfen, wenn du dich immer wieder von einer Seite zur anderen drehst.

+ Hilft dem Baby mehr Sauerstoff zu bekommen

+ Funktioniert gut bei Bluthochdruck

+ Erleichtert die Erholung zwischen den Kontraktionen

- Erschwert die Überwachung des Herzschlags des Babys

 

Aufrecht stehend

Um die Geburt zu beschleunigen kann es helfen, zu stehen, zu gehen oder zu schwanken. Dabei kann der Partner unterstützend miteingebunden werden. Die leichte Hüftbewegung nach oben und unten hilft dem Baby sich weiter nach unten zu bewegen.

+ Entlastet Rückenschmerzen

+ Kontraktionen können weniger schmerzhaft erscheinen

+ Hilft dem Baby tiefer in den Geburtskanal zu gelangen

- Im Normalfall nicht empfehlenswert bei Bluthochdruck

- Um den Herzschlag des Babys kontinuierlich zu überwachen ist eine Fernmesstechnik notwendig

 

Ausfallschritt

Dabei kannst du ein Bein auf einen Stuhl stellen und deinen Körper nach vorne bewegen, wenn eine Kontraktion beginnt.

+ Hilft dem Baby sich zu drehen oder abzusenken

+ Öffnet das Becken und schafft mehr Platz für das Baby

- Du brauchst Unterstützung um das Gleichgewicht zu halten