Der Beginn einer großen Liebe

Kinderhände zum Herz

Erstes Kennenlernen

Aus Frau und Mann wird Mama und Papa

Die Liebe zu deinem Neugeborenen und deine Bindung wird sich in den nächsten Wochen noch vertiefen. Das ist vor allem für Mütter tröstlich, welche die Geburt als sehr schwierig empfanden, bei denen ein operativer Eingriff nötig war, das Baby intensiv medizinisch betreut werden musste – oder die aus anderen Gründen nach der Geburt nicht glücklich, sondern stattdessen traurig und enttäuscht waren. Manchmal stehen die Neu-Mamas auch mit ihren Ansprüchen an eine „perfekte“ Geburt selbst im Weg. Dabei ist jede Geburt ein ganz natürlicher Prozess und verläuft bei jedem Kind anders. Tatsächlich überfällt der sogenannte „Baby-Blues“ jede zweite Frau im Wochenbett. Der Grund: Die Hormone fahren nach der Geburt Achterbahn. Oft brauchen Mutter und Kind ein paar Tage Zweisamkeit ohne viel Trubel und Baby-Besuche. Ein verständnisvoller Partner und eine zuverlässige Hebamme sind jetzt die besten Helfer, bis sich deine Familiensituation eingespielt hat.

Das Bonding

Bonding nennen Fachleute die Phase der intensiven Gefühls- und Bindungsentwicklung zwischen den Eltern und ihren Babys. Diese starke und unbeirrbare Liebe zu dem eigenen Kind erwartet keine Gegenleistung und dauert ein Leben lang. Sie entspricht dem „inneren Versprechen“, das Baby mit steter Fürsorge zu umgeben und es im Zweifelsfall wie eine Wölfin vor jeglicher Unbill zu schützen.

Manche Mütter erleben dies schon kurz nach der Geburt, bei anderen dauert es eine Weile. Galt früher als entscheidend für die Bindungsqualität, wie intensiv der Kontakt zum Neugeborenen ist, so weiß man heute, dass das Bonding auch nach längerer Zeit funktioniert. Bei Babys beispielweise, die aus medizinischen Gründen kurz nach der Geburt von ihrer Mutter getrennt wurden, oder auch bei adoptierten Babys kann das Bonding länger dauern oder später einsetzen, entwickelt sich aber auch zu einer bedingungslosen Liebe.

Hier hat die Natur vorgesorgt: Jedes Baby braucht täglich viel Zuwendung, es will gefüttert, gestillt, gewickelt und getragen werden. Dieses biologische Programm der mütterlichen Fürsorge steckt tief in unseren Genen. Mütter, bei denen sich diese auch nach den ersten Wochen nicht eingestellt oder die noch längere Zeit nach der Geburt ihre Traurigkeit nicht überwinden können, sollten das Gespräch mit ihrer Hebamme oder ihrer Frauenärztin suchen, um sich zu entlasten.

Bedenke auf jeden Fall, dass die „Liebe auf den ersten Blick“ nur eine Spielart der Liebe und nur eine Möglichkeit der Begegnung mit deinem Baby ist. Der weitere Verlauf seiner (früh-)kindlichen Entwicklung ist davon völlig unabhängig, wie Erfahrungen mit adoptierten Babys zeigen.